Familie
Konflikte und Probleme innerhalb familiärer Systeme sind seit Menschengedenken gekannt und gehören zum Zusammenleben, gerade auch bezüglich der unterschiedlichen Generationen, die durch den Anspruch auf das Recht auf Eigeninteressen bestimmt werden (Generationskonflikte). Die direkte persönliche Betroffenheit kann schnell dazu führen, dass die Standpunkte oder Einschätzungen des Anderen nicht gesehen werden können, da jegliche Objektivität verloren geht. Es entstehen Fronten, die sich zunehmend verhärten können, so dass eine adäquate Kommunikation, also der gegenseitige Austausch im konstruktiven Gespräch, mehr und mehr ausbleibt, was bald ein gelingendes und klärendes Miteinander verhindert, weil sich keine Chancen mehr zu bieten scheinen, eigene Interessen vertreten oder andere schlichtweg zugelassen zu können.
Eltern können nicht mehr mit ihren Kindern reden und umgekehrt - es fehlt die Basis. Enttäuschung, Ärger, Wut, Traurigkeit usw. bleiben zurück, obwohl dies von allen Beteiligten natürlich nicht gewollt ist. Und obwohl das jeder Partei klar ist, fehlen die Wege, sich wieder anzunähern und eine gemeinsame Lösung zu suchen und zu finden. Hier biete ich die Mediation an. Aber oftmals wird gerade in Familienangelegenheiten aus einer Scham heraus und der vermeintlichen Schutzfunktion "Das geht Niemandem etwas an, das schaffen wir schon irgendwie!" abgewiegelt. Auch Gedanken wie "Wir brauchen keine Therapie, wir sind doch nicht krank!" verhindern oftmals den Prozess der einvernehmlichen Konfliktlösung.
Doch ist Mediation weder als Therapie noch als juristische Beratung zu verstehen, da es ihr um die Gleichstellung und die Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten geht und ein Ergebnis mit gleichwertigen Anteilen für jeden Konfliktpartner sucht.
Es geht zunächst erstmal darum, dass derart sensible Konfliktthemen den nötigen Raum sowie die dafür erforderliche Zeit erleben, damit das ausgesprochen werden kann, was den Einzelnen am Herzen liegt. Hier unterstütze ich als Mediator, da ich durchaus die Rolle des Moderators einnehme und somit die verschiedenen Gesprächsanteile gleichmäßig verteile, damit sich niemand überfahren oder gar nicht ernst genommen fühlt.
Vertraulichkeit und Verschwiegenheit des Mediators sind selbstverständlich und gleichsam Garant für das Gelingen der konstruktiven Auseinandersetzung, die immer eine Lösung vor Augen hat, die alle Beteiligten zur Zufriedenheit führen soll. Die Mediation hat aber auch das Ziel, die Kluft zu überwinden zu helfen, die durch länger anhaltende Streitereien entstand. Die Vermittlung von gegenseitiger Achtung und Wertschätzung sollten dazu führen, dass das Wichtigste und Zentralste von uns, nämlich die Familie, eine ihr gereichende Aufwertung erfährt, die durch anhaltende Streitereien mehr und mehr abhanden kam. Auch möchte Mediation erreichen, dass der Familienverbund später besser in der Lage ist, sich Konflikten zu stellen und selbst adäquate Lösungen zu finden, also durch die Unterstützung eine Weiterentwicklung erfährt.
Grundsätzlich sollte sich jeder klar machen, dass sich hinter jedem Konflikt auch eine oder mehrere Lösungen verbergen, gleich einem chinesischen Zeichen, hinter dem sowohl die Be-deutung "Konflikt" als auch die Bedeutung "Möglichkeit" steht. Hieraus können wir Menschen den Nutzen ziehen, wenn wir immer wieder den Mut aufbringen, unsere Herzen zu öffnen und somit offen zu sein dafür, was sich uns täglich offenbart.
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